Warum  schwitzen Menschen überhaupt? Um das übermäßige Schwitzen zu verstehen, machen wir einen kleinen Ausflug: Warum schwitzen wir eigentlich?

Der erste Aufgabe des Schwitzen ist: Temperatur regulieren

Schwitzen in der Sauna: Körpereigene Klimaanlage funktioniert hier nicht.

Schwitzen in der Sauna: Körpereigene Klimaanlage funktioniert hier nicht.

Schwitzen gehört zu den natürlichen Funktionen des Körpers. Diese Funktion ist auch sehr notwendig. Denn wenn wir nicht schwitzen würden, würden wir an Überhitzung sterben. Schwitzen ist somit ein natürlicher Vorgang, der den Körper kühlt. Es gehört zum Teil unserer körpereigenen Klimaanlage. Diese Klimaanlage hält den Körper auf konstanten 37 Grad.

Schwitzen gehört aber lange nicht zur Standard-Ausrüstung jedes Lebewesens. Die Natur entwickelte verschiedene Verfahren, um die Temperatur von Organismen konstant zu halten. Schon Mal einen Hund schwitzen gesehen? Nein? Kein Wunder, denn ein Hund hat nämlich so gut wie keine Schweißdrüsen. Er hechelt. Durch das Hecheln wird das zirkulierende Blut abgekühlt und Wärme abgegeben. Pferde und Kamele hingegen schwitzen - und zwar besonders viel. Dementsprechend haben sie auch sehr viele Schweißdrüsen.

Wir Menschen kühlen unsere Hautoberfläche mit Hilfe 3-5 Millionen Schweißdrüsen. Bei Bedarf scheiden diese ein wässrigeres Sekret aus. Durch Verdunstungskälte wird die Hautoberfläche abgekühlt. In der Sauna zum Beispiel (siehe Bild) kann der Schweiß unsere Haut nicht kühlen. Die Umgebungstemperatur ist zu hoch, der Schweiß verdunstet nicht. Ein zu langer Aufenthalt führt zur Überhitzung - zum Hitzetod.  

Wenn wir bei niedriger Temperatur nichts tun sondert unser Körper dennoch mindestens 100-200 Milliliter Schweß pro Tag ab. Unter normalen Umständen schwitzt jedoch der Durchschnittsmensch zwischen 1-3 Liter am Tag. Wenn wir uns aber körperlich anstrengen und/oder die Umgebungstemperatur sehr hoch ist, können es bis zu 2-4 Liter pro Stunde werden. 

Der zweite Absicht des Schwitzen ist: Signale senden 

“Ich kann ihn nicht riechen.”, dachte sie sich. Und schon verschwand jegliche Möglichkeit auf einen romantischen Abend.  Hier geht es nicht um Hygiene, sondern um Sexualduftstoffe, die durch unsere apokrinen Schweißdrüsen freigesetzt werden. Die apokrinen Schweißdrüsen befinden sich an unseren behaarten Körperarealen (Achsel- und Genitalbereich) und an unseren Brustwarzen. Sie scheiden neben dem typischen Schweiß auch ein milchiges Sekret aus. Dieses milchige Sekret verbreitet ein ganz persönlichen Geruch (dies ist nicht der typische Schweißgeruch!). Manche manche Menschen findend diesen anziehend und manche Menschen eher nicht.

Geruch ist Teil der Non-Verbalen Kommunikation beim Flirten. Wie läuft das ganze ab?

Geruch ist Teil der Non-Verbalen Kommunikation beim Flirten

Geruch ist Teil der Non-Verbalen Kommunikation beim Flirten

Mutter Natur ist schlau. So hat der Nachwuchs mit einem vielschichtigem Immunsystem eine größere Überlebenschance. Es kommt gegen eine breitere Reihe von Krankheiten an. Evolutionär gesehen heißt dies im Grunde: Partner mit verschiedenen Immunsystemen passen besser zu einander. Sie produzieren gesünderen Nachwuchs. Je besser wir eine Person riechen können, desto unterschiedlicher sind unsere Immunsysteme. Dieses Phänomen wurde eingehend untersucht. Wir fühlen uns zu der Person angezogen mit der wir gesünderen Nachwuchs zeugen können.  Die apokrinen Schweißproduktion gehört zu einem Bereich der non-verbalen und unbewussten Kommunikation.Geruch spielt dementsprechend beim Flirt-Verhalten eine große Rolle.

 

 

So dies sind die zwei Grundaufgaben des Schwitzen: Temperatur regulieren und Signale senden

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AuthorAndrej U.
CategoriesFür Neulinge