Jeder hat sie gehabt. Peinliche Geschichten rund um die Hyperhidrose. Hier veröffentlich ich eine der peinliche Geschichten rund um meine Hyperhidrose.

Das Azubi-Training 2003 

Ich war beinah 17 und entschloss mich damals den Berufsweg einzuschlagen. So begann ich meine Ausbildung bei einem der großen Fachgeschäfte für Herren-, Damen und Kinderbekleidung.  Ich wurde Azubi bei Peek&Cloppenburg. 

Auf diese Weise verbrachten wir unsere Tage.

Auf diese Weise verbrachten wir unsere Tage.

Peek&Cloppenburg stellte damals über 40 Azubis in ganz Nord-Deutschland ein. Bevor wir an die Kunden ran durften, wurden wir alle zum einwöchigen Training geschickt. Es war irgendwo in Sachsen. 40 Azubis lernten, feierten und schliefen an einem Ort. Diese Woche hatte was von Klassenfahrt. Die jungen Triebe gingen noch mit uns durch. Wir tranken wir viel, schliefen wenig und das Thema “Wer mit Wem” stand, im Gegensatz zum eigentlich Trainingsinhalt, meistens im Vordergrund. 

Ich viel auf, hatte ich doch immer eine große Klappe. Ich hatte aber auch Köpfchen und so konnte ich sowohl meine zukünftigen Arbeitskollegen als auch die Trainerin teilweise beeindrucken. Es war schön und ich fühlte mich wohl, trotz des Schwitzens. 

Zu der Zeit hatte ich den dreh raus immer geeignete Kleidung zu tragen. Wenn es kühler war, trug ich einen Kapuzen-Pullover. Durch den zu schwitzen viel mir wirklich schwer. Bei wärmeren Temperaturen setzte ich auf Polyester-Hemden. Polyester-Kleidung eignet sich besonders gut, wenn man Schweißflecken verbergen möchte.  

Es war der dritte Abend, 23.30 Uhr und ich saß mit Julia draußen auf der Bank. Wir waren beschwipst, hielten Händchen und unterhielten uns. Es dauerte nicht mehr lange und wir sollten knutschen - zumindest hoffte ich dies. Es sollte aber was dazwischen kommen. Wir rückten näher, unsere Schultern berührten sich und sie lehnte ihren Kopf an meinen. Ich erwägte ihren Kopf einfach in meine Hände zu nehmen und sie zu küssen. Ich war bei weitestem nicht der erfahrenste, aber das sollte ich doch hinbekommen.

Auf diese Weiße verbrachten wir die Nächte. 

Auf diese Weiße verbrachten wir die Nächte. 

Bevor ich irgendeinen Entschluss fassen konnte, löste sich ihre Hand und sie griff meinen Oberarm von Hinten. Es war eine schöne Geste, denn so konnte sie noch näher rücken. Ein Teil ihrer Hand war unter meinem linken Achsel. Mein Atem stoppte. Mein Herz setzte aus. Ich erstarrte. Ich hatte natürlich durch die Kleidung unsichtbare, tellergroße Schweißflecken unter meinen Armen. Sie musste die Nässe jetzt spüren. Oh Gott. Es vergingen ungefähr 5 Sekunden - eine Ewigkeit. Dann löste sich ihre Hand, sie wischte sie an ihrer Jeans ab und sagte: “Sag Mal schwitzt du unter den Achseln?” Es war ein verächtlicher Ton. Scheiße. Ich fing mich. “Nein natürlich nicht. Guck doch!” Ich zeigte ihr mein Unterarm. Ich wog mich in der Gewissheit, sie wurde auf Grund des Polyester-Hemdes nichts sehen. Sie guckte verdutzt währen sie ihre Hand immer noch am Oberschenkel abstreifte. Dann jedoch fasste sie mir wieder unter den Arm. Ich zuckte zusammen und sie merkte wohl wieder die Nässe, denn ihr Gesicht verzog sich. Sie zog ihre Hand ruckartig wieder zurück, machte sich jedoch keine Anstalten diese wieder abzuwischen. Ihr Blick wendete sich von mir ab und sie schaute auf den Boden. Die Ellenbogen auf ihre Knie gestützt atmete sie schwer. Dann kam ein würgender Laut und sie übergab sich. Für eine Viertel Stunde konnte sich die Arme nicht mehr einkriegen. Ich blieb bei ihr bis sie fertig war. Danach torkelte sie in ihr Bett. Ich ging noch zu den Jungs in die Bar. Die nächsten Tage mieden wir Augenkontakt. 

 

 

Wie findest du diesen Beitrag? Vielleicht hast du ja was ähnliches erlebt? Oder du findest die Geschichte ein Kinderspiel verglichen mit dem was du erlebst hast? Schreibe mir unten in der Kommentar-Bereich. 

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AuthorAndrej U.