Autosomal-dominanter Erbgang. Rot gekennzeichnet ist die Allele, die die zur Ausprägung einer Krankheit führt. Quelle: Wikipedia Commons by  Armin Kübelbeck

Autosomal-dominanter Erbgang. Rot gekennzeichnet ist die Allele, die die zur Ausprägung einer Krankheit führt. Quelle: Wikipedia Commons by Armin Kübelbeck

Während ich diesen Artikel schreibe, bin ich 30 Jahre alt. In diesem Alter vermehren sich die Gedanken bezüglich meines zukünftigen Nachwuchses.  Wann werde ich Kinder haben? Wie viele? Und vor allem mit wem? Ob Mädchen oder Junge ist mir egal, Hauptsache sie sind gesund. Ich freue mich auf diese neue Erfahrung und bin gespannt auf das Vater-Dasein. 

Ich habe des Öfteren über die Vererbung der Hyperhidrose gelesen. Heißt das, dass meine Kinder auch Hyperhidrotiker werden? Wie groß ist diese Chance? Und was ist die primäre Hyperhidrose eigentlich? Ein Gendefekt? 

Da meine Mutter mich allein erzogen hat und ich meinen Vater niemals kennenlernen durfte, habe ich keine Anhaltspunkte, die mir Hinweise geben konnten. In der Familie meiner Mutter leidet keiner an Hyperhidrose. In diesem Punkt war ich mir sicher. Ich begann also meine Recherche.

Die primäre Hyperhidrose wird in der Wissenschaft oft als eine eine neurogene Störung bezeichnet.  Bei dieser werden die sympathischen cholinergen sudomotorischen Nerven exzessiv stimuliert. Diese Stimulierung erfolgt wahrscheinlich durch eine Abnormität im vegetativen Nervensystem und wird durch die Amygdala und den Hypothalamus gesteuert. Am häufigsten sind dabei die Achseln, die Hände, die Leiste und Füße betroffen. Betroffene schwitzen exzessiv durch thermale und emotionale Einwirkungen. Aber auch spontane Schweißausbrüche wurden beobachtet bei denen kein ersichtlicher Grund vorlag. Bezüglich der Verderblichkeit fand ich folgendes heraus: 

  • Es ist wohl anzunehmen, dass die primäre Hyperhidrose einer autosomal dominanten Vererbungslinie folgt. 
  • Eine Studie fand, dass 62% der Betroffenen auch Hyperhidrotiker in ihrem Familienbaum aufweisen
  • Eine andere Studie berechnete die Wahrscheinlichkeit der Vererbung der primären Hyperhidrose. Diese liegt bei 28%. Mit anderen Worten: Ein Kind eines Hyperhidrotikers hat eine Wahrscheinlichkeit von 28% auch eine Hyperhidrose zu entwickeln. 
  • Weiterhin wird angenommen, dass 5% der Bevölkerung die Hyperhidrose Allele (Gene im Chromosomensatz) tragen (siehe unten für Literaturverweis).
Familienbaum: Schwarze Symbole repräsentieren Hyperhidrose-Betroffene. Quelle: Kaufmann (2003)

Familienbaum: Schwarze Symbole repräsentieren Hyperhidrose-Betroffene. Quelle: Kaufmann (2003)

Ob die Hyperhidrose ein Gendefekt, eine Gen-Mutation oder was anderes ist, ließ sich leider nicht herausfinden. Und ich glaube auch nicht, dass es hierzu Forschungen gibt, denn es ist extrem schwierig und teuer solche Untersuchungen zu betreiben. 

Für mich ist die Frage nach der Vererbung der Hyperhidrose erst einmal geklärt. Und obwohl ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich das “Hyperhidrose-Gen” an meine Kinder weitergeben werde, kann ich mich bezüglich des “Kinder-Kriegens” schon mal einstellten. Diese Informationen helfen mir auf jeden Fall weiter.

Die Hyperhidrose ist keine lebensbedrohliche Krankheit und ich lebe mittlerweile ganz gut mir ihr. Ich möchte sie meinen Kindern dennoch nicht wünschen und hoffe, dass die restlichen 72% sich bewahrheiten. Bei mir war das übermäßige Schwitzen die Ursache vieler Jahre Angst und innerer Qual. Ich hoffe meine Kinder werden ein anderes Schicksal erfahren. Und sollte es dennoch anders kommen und sie entwickeln eine Hyperhidrose, dann kann ich ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vielleicht kann ich ihnen ja diesen Blog zum Lesen nahelegen :). 


Hallo, ich bin Andrej. Knapp 15 Jahre litt ich an meiner Hyperhidrose. Ich habe viel recherchiert und meine persönliche Formel entdeckt, um das starke Schwitzen zu stoppen. Jetzt möchte ich, das auch DU deine Formel findest. Jede Woche schreibe ich einen neuen Artikel. Soll ich für dich etwas recherchieren? Fülle dieses Formular aus.


Literaturverweis:

Kaufmann, H., Saadia, D., Polin, C., Hague, S., Singleton, A., & Singleton, A. (2003). Primary hyperhidrosis. Clinical Autonomic Research, 13 (2), 96-98.

Ro, K. M., Cantor, R. M., Lange, K. L., & Ahn, S. S. (2002). Palmar hyperhidrosis: evidence of genetic transmission. Journal of vascular surgery, 35 (2), 382-386.

Amin, K. A. (2007). Primary focal hyperhidrosis. Dermatology Review Journal, 2, 1-9.

Lear, W., Kessler, E., Solish, N., & Glaser, D. A. (2007). An epidemiological study of hyperhidrosis. Dermatologic survey, 33(s1), S69-S75.

Posted
AuthorAndrej U.