Ich habe schon mehrmals erwähnt, dass ich als Psychologe, Trainer und Coach mit Individuen und Unternehmen zusammenarbeite. 

In diesem Sinne arbeite ich auch mit Personen, die ihre Leistung optimieren wollen. Vor allem in unserer immer hektisch werdenden Welt, in der Erfolgsdruck allgegenwärtig ist, ist Leistung ein wichtiges Thema für viele Menschen. 

Höchstleistungen erbringen und dabei kreativ, engagiert und fokussiert zu sein, ist mittlerweile ein "Muss" in vielen Arbeitsbereichen. Vor allem der sogenannte Denkarbeiter ist hiervon betroffen. 

Bessere Leistung zu erbringen wollen viele. Aber nur die wenigsten Schaffen es, ohne ihre Gesundheit und ihre Umgebung zu schädigen. Woran liegt das? Es hat natürlich viele Faktoren. Einer davon ist die gegenseitige Beeinflussung von Körper und Geist. 

Wie die Psychologie die Physiologie beeinflusst - und umgekehrt

Ich glaube fest daran: Unsere Psychologie beeinflusst unserer Physiologie und umgekehrt. Im Grunde heißt das, deine Gedanken beeinflussen deinen Körper und seine Funktionen und im Gegensatz beeinflussen die Vorgänge in deinem Körper deine Gedankenwelt / emotionale Zustände. 

Ich Grunde glaube ich sogar, dass diese Unterscheidung überflüssig ist, und das der Mensch ein holistisches Wesen ist bei dem keine Unterscheidung zwischen Körper und Geist gefällt werden kann. Aber im Zuge der Verständlichkeit und im Einklang mit der westlichen traditionellen (medizinischen) Weltanschauung, trenne ich in diesem Beitrag vorerst Körper und Geist. 

Ständige gegenseitige Beeinflussung - Körper und Geist

Ständige gegenseitige Beeinflussung - Körper und Geist

Wenn man dies auf die (Arbeits-) Leistung überträgt, dann heißt das, dass körperliche Prozesse sich auf die Konzentration, emotionale Stabilität, Geduld etc. übertragen. 

Findet man einen Weg diese körperlichen Prozesse zu kontrollieren, dann findet man auch einen Weg das Denken und das Fühlen zu beeinflussen. Im Gegensatz könnte man seine Gedanken- und Gefühlswelt beeinflussen, die wiederum die körperlichen Funktionen / Prozesse beeinflusst.

"Was hat das jetzt mit meiner Hyperhidrose zu tun?", magst du wahrscheinlich denken. Einen Moment noch, ich komme gleich dazu. 

Zuerst ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben:

Ich bin auf einer Party und trinke ein Bier. Dieses Bier wirkt sofort auf meine Physiologie. Bestimmte Hormone und Neurotransmitter werden freigelassen. In Folge bin ich weniger nervös und gehe direkter auf Leute zu. Durch diese "Lockerheit" wird mein Denken und mein Fühlen beeinflusst. 

Interessant wird es wenn dieses Physiologie-Psychologie Duett eine Positiv- beziehungsweise Negativspirale annimmt. Viele Hyperhidrotiker kennen bestimmt den folgenden Teufelskreislauf.

Du wirst etwas nervös (Psychologie) und fängst an leicht zu schwitzen (Physiologie). Durch das Schwitzen (Physiologie) wirst du noch mehr nervös (Psychologie) und schwitz noch mehr (Physiologie). Jetzt bekommst du zusätzlich noch Angst, das dein Schwitzen gesehen wird (Psychologie) und der Schweiß beginnt in Strömen zu fließen (Physiologie). 

Du wirst interessant finden, dass es hier auch eine Positivspirale gibt. Näheres dazu gibt es nächste Woch im 2. Teil des Beitrages. 

 

Wie sich dein Herzrhythmus auf deine Psychologie ausübt

Wie schon erwähnt arbeite ich Menschen zusammen, die ihre Leistung verbessern möchten. Ich biete diesen Menschen Coachingsitzungen an in denen ich durch längere Gespräche herausfinde woran es liegt, dass die Leistung in gewissen Situationen beeinträchtigt wird. 

Öfters höre ich dann, dass Führungskräfte bei Meetings sich zurückhalten, weil sie keinen klaren Gedanken finden, dass Unternehmer sich vor Produktpräsentation fürchten, weil sie während des Präsentierens die wichtigsten Fakten vergessen - egal wie lange sie zuvor geübt haben und dass Manager bei Stresssituationen wortwörtlich den "Verstand verlieren". 

Durch gezieltes Fragen stellt sich immer wieder heraus, dass diese Menschen dem gleichen psycho-physiologischen Problem entgegentreten.Diese Zustände haben nämlich viel mit dem oben beschriebenen Zusammenhang zwischen Psychologie und Physiologie zu tun.

Diese psycho-physioloigsche Problem löst meiner Meinung nach auch die Hyperhidrose aus. 

Unsere Psychologie/Physiologie ist nicht für das moderne Leben geschaffen

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Unsere menschliche Beschaffenheit hat nur ein Ziel: das Überleben. Die Evolution hat den Menschen so angepasst und geschaffen, dass er so lange überlebt bis er Nachkommen bekommt und diese solange versorgt, bis sie wiederum Nachkommen bekommen können. 

Unsere ganze Physiologie/Psychologie ist für ein Leben 40.000 Jahre vor Christus optimal angepasst. In der heutigen modernen Welt kommt es jedoch ziemlich oft zu geistigen und körperlichen Kurzschlüssen, die das optimale funktionieren und die Lebensqualität einschränken können. 

Jeder Mensch hat ultra sensible Gefahrensensoren. Bei leichtestem Druck werden automatische Reaktionsmuster aktiviert, die das Überleben sichern sollen.

Und obwohl diese Reaktionsmuster 40.000 v. Chr. sehr nützlich waren, sind sie jetzt störend und zum größten Teil überflüssig. 

Die Lobotomie des präfrontalen Cortexes 

Der präfrontale Cortex kam erst sehr spät in der Entwicklungsgeschichte des Menschen 

Der präfrontale Cortex kam erst sehr spät in der Entwicklungsgeschichte des Menschen 

Sobald du, ich und jeder Anderer leichten Druck spüren, beginnen evolutionäre Mechanismen zu greifen. Was "leichter Druck" bedeutet ist zu einem Teil erblich- und zum anderen Teil erfahrungs-bedingt.

Diese evolutionäre Mechanismen greifen in die Physiologie und Psychologie des Menschen ein und übernehmen die Überhand. 

Wir mögen es nicht glauben, aber es passiert uns täglich unzählige Male. Meistens geht diese Reaktion einher mit flacherer Atmung, größeren Pupillen, stärkerer Durchblutung der Muskeln, höherer Körperkern-Temperatur und größerer Sauerstoffmenge im Blut.

Zudem wird auch die Funktion des präfrontalen Cortexes zuerst minimiert und bei größerem Druck komplett abgeschaltet. Es folgt eine kurzzeitige Lobotomie des präfrontalen Cortexes.

Lässt der Druck nach kehrt der Körper in den Ausgangs-Zustand zurück. Dieser Ablauf kann einen Bruchteil einer Sekunde sein. Oder aber sich über mehrere Stunden hinziehen. 

Der präfrontale Cortex ist unteranderem für das Analysieren, Bewerten und das Regulieren von Emotionen verantwortlich. Basierend auf diesen Daten leiten wir eine situationsangemessene Handlungssteuerung ein. Zudem erfüllt er wichtige analytische und kognitive Aufgaben - zum Beispiel die Integration von Gedächtnisinhalten. 

Wenn die kurzzeitige Lobotomie einsetzt, dann ist es sehr schwierig oder ganz unmöglich seine Gefühle zu bewerten, zu steuern und situationsangemessen zu handeln.  Zudem können Betroffene sich schlechter erinnern (haben teilweise einen Black-Out) und analytische Aufgaben durchführen. 

Die Personen, die ich in meinem Sitzungen habe, haben Schwierigkeiten genau mit diesem Problem. 

Egal, ob es Präsentationen sind, ein Meeting, ein Kundengespräch, ein Test oder das Daten, viele Menschen verlieren wortwörtlich den Verstand und geraten in leichte Panik. Die  temporäre Lobotomie des präfrontalen Cortexes ist meistens dafür verantwortlich. 

Ich glaube, dass die Hyperhidrose (das übermäßige Schwitzen) mit der Lobotomie einhergeht. Sobald ein bestimmter Teil der Hyperhidrotiker (ich gehöre dazu) diesen leichten Druck erfährt, fängt er an zu schwitzen. Durch die Lobotomie des präfrontalen Cortexes und der Folgeerscheinungen wird das Schwitzen zusätzlich verstärkt. Ein Teufelskreis beginnt. 

Das Herz als löst die Lobotomie aus 

Wir schreiben dem Herzen leider zu wenig Verantwortlichkeit und Anerkennung zu. Das Herz hat die Möglichkeit durch Druck- und elektro-magnetische Wellen den ganzen Körper zu beeinflussen und eventuell sogar komplett lahm zu legen. 

Wenn du zum Beispiel den oben beschriebenen leichten Druck erfährst, dann fängt greift dein Herz dies unverzüglich auf und fängt an in einem anderen Rhythmus zu schlagen. Dieser anderer Rhythmus sendet andere elektro-magnetische Wellen zu deinem Gehirn. 

Dein Gehirn reagiert sofort auf diese elektro-magnetischen Wellen und leitet die oben beschriebenen Prozesse ein, wozu die Lobotomie gehört. Das Herz bzw. der Herzrhythmus hat hier einer gewaltige Kraft den ganzen Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen. 

Denn die Devise unseres Körpers lautet: Lieber zu vorsichtig sein, als Tot. Dies ist gut und wäre passend für eine Leben vor 40.000 Jahren. Aber jetzt ist diese Devise sehr störend und lästig. 

Nicht nur unterdrückt es (kognitive) Leistung, ich glaube auch, dass es die Hyperhidrose auslöst. Sobald der Herzrhythmus chaotisch wird (siehe unten), wird die Hemmschwelle für das Schwitzen drastisch gesenkt. 

Sobald wir dann anfangen leicht zu Schwitzen, steigert sich der (innere) Druck, das Herzrhythmus-Chaos und die kurzzeitige Lobotomie des präfrontalen Cortexes. 

An diesem Punkt kann ein Teufelskreislauf beginnen. Die Art der elektro-magnetischen Wellen lösen einen Zustand aus in dem der Betroffene ihre Gefühle nicht mehr bewerten und regulieren können. Zudem versagt das analytische und kognitive Vermögen. 

Diese Tatsache kann zusätzlichen Druck verursachen, der die Wirkung weiterhin verschlimmert. Diese Verschlimmerung führt zu noch mehr Druck. 

Ein Teufelskreislauf beginnt der ein Grund für das übermäßige Schwitzen sein kann. Erst Isolation, Ruhe und Ausgelassenheit bringen den Organismus wieder in den Ausgangszustand. 

Die würde auch erklären warum das übermäßige Schwitzen nicht nur lästig ist, sondern auch auch anstrengend. Ich fühle mich nach meinen Schwitzattacken erschöpft und ein wenig ausgelaugt. Du?

Der Ausweg: Kontrolliere dein Herzrhythmus 

Wenn es also einer Person gelingt nur eine bestimmte Art elektromagnetischen Wellen zum Gehirn zu schicken, dann werden die oben beschriebenen Mechanismen nicht ausgelöst. Die Lobotomie des präfrontalen Cortexes wird verhindert und die Kontrolle und Bewertung der Gefühle kann normal erfolgen. 

Im besten Fall wird das Schwitzen verhindert. 

Aber ist so etwas überhaupt möglich? Kann ich mein Herzrhythmus kontrollieren, ohne dafür ein Yogi zu werden? Dauert es lange so etwas zu erreichen?

Bio-Feedback und Herzfrequenz-Variabilität

Durch Bio-Feedback und die Herzfrequenz-Variabilität kann jeder lernen sein Herzrhythmus zu kontrollieren.

Der Abstand von deinen Herzschlägen variiert nämlich der zeitliche Abstand von jedem darauffolgenden Herzschlag. 

Beim gesunden Menschen variiert die Frequenz des Herzschlages. Der Abstand zwischen zwei Herzschlägen variiert.

Beim gesunden Menschen variiert die Frequenz des Herzschlages. Der Abstand zwischen zwei Herzschlägen variiert.

Wenn man diesen zeitlichen Abstand addiert und grafisch abbildet, dann bekommt man einen bestimmten individuellen Herzrhythmus zu sehen. Es ist sozusagen, deine Herzmelodie. Die folgende Herzmelodie habe ich vor wenigen Minuten von mir aufgenommen. 

Oben wird die sogenannte Herz-Kohärenz angezeigt. Unten ist mein Pulse. Rechts unten wird das elektromagnetische Spektrum berechnen. Dies ist meine kohärente Herzmelodie. 

Oben wird die sogenannte Herz-Kohärenz angezeigt. Unten ist mein Pulse. Rechts unten wird das elektromagnetische Spektrum berechnen. Dies ist meine kohärente Herzmelodie. 

In so einem Zustand ist mein Körper in Harmonie und mein Gehirn kann auf Hochtouren arbeitet. Ich kann meine Gefühle besser wahrnehmen, bewerten und kontrollieren. Es erfolg keine Lobotomie des präfrontalen Cortexes. 

Bei anhaltender Herz-Kohärenz kann der Körper alle lebenswichtigen, kognitiven und analytischen Funktionen ausführen.

Zudem wurde bewiesen, dass ein Training zur Verbesserung Depressionen, zur Stress-Resistenz und andere zentrale Abläufe im vegetativen Nervensystem und im Gehirn positiv beeinflusst. 

Beim kohärenten Schlagen des Herzens wird zumindest bei mir das Schwitzen nicht ausgelöst. 

Kohärente Herzfrequenz bedeutet nicht Ruhe

Die besten Führungskräfte wissen wie sie in hektischen Situationen den Überblick bewahren. Wenn der Adrenalin-Spiegel steigt, sind manche Menschen hochkonzentriert und führen Aufgaben mit Leidenschaft, Fokus und Entschlossenheit aus. Diese Menschen arbeiten mit einer kohärenten Herzfrequenz. Der Puls liegt hierbei bei 120. Andere Menschen hingegen sind gestresst, ängstlich und brauchen sofort eine Pause. Der Puls liegt auch bei 120, aber das Herz ist gestresst und signalisiert dem ganzen Körper Gefahr. Der Herzrhythmus ist chaotisch. 

In dem folgenden Bild siehst du meine Herzfrequenz-Kohärenz. Ich habe mich absichtlich hektisch und unruhig gemacht damit mein Herz Alarm schlägt. 

In so einem Zustand wird meine Hemmschwelle zum Schwitzen drastisch gesenkt. 

Nächste Woche folgt Teil 2 dieses Artikels

Wenn du es noch nicht hast, schreibe dich in meinen Newsletter ein und ich informiere dich über die Neuerscheinung. 


Nächste Woche kommt:

- Eine weitere Beschreibung wie deine Herzraten-Variabilität und die Hyperhidrose zusammenhängt

- Software und Hardware mit der du deine Herzraten-Variabilität messen kannst

- Übungen wie du deine Herzraten-Variabilität verbessern kannst


Hallo, ich bin Andrej. Knapp 15 Jahre litt ich an meiner Hyperhidrose. Ich habe viel recherchiert und meine persönliche Formel entdeckt, um das starke Schwitzen zu stoppen. Jetzt möchte ich, das auch DU deine Formel findest. Jede Woche schreibe ich einen neuen Artikel. Soll ich für dich etwas recherchieren? 






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AuthorAndrej U.